Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Lösungen zur betrieblichen Altersversorgung zahlen sich für Ihre Mitarbeiter und für Ihr Unternehmen gleichermaßen aus. Welcher so genannte Durchführungsweg der bAV für Sie der richtige ist, hängt von Ihren spezifischen Bedürfnissen und der Mitarbeiterstruktur ab.

Die fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge

Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, seinen Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung anzubieten. Man unterscheidet fünf Varianten, die so genannten Durchführungswege.

Direktversicherung

Die klassische Lösung der betrieblichen Altersversorgung und die am häufigsten gewählte Form ist die Direktversicherung.

Pensionskasse

Die Pensionskasse ist die betriebliche Altersversorgung speziell für kleine und mittelständische Unternehmen.

Pensionsfonds

Der Pensionsfonds ist in Deutschland der jüngste Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung. Mit ihm können Mitarbeiter von den Renditechancen der Kapitalmärkte profitieren.

Unterstützungskasse

Wer viel verdient, hat in der Regel große Versorgungslücken im Alter. Mit der Unterstützungskasse können insbesondere Führungskräfte bzw. besser verdienende Mitarbeiter diese steuerbegünstigt schließen.

Pensionszusage

Die besonders flexible betriebliche Altersversorgung für Führungskräfte und Gutverdienende. Bei der Pensionszusage kann die Höhe der Leistungen frei vereinbart werden.

Gesetzgeber stärkt die Altersversorgung:

Betriebsrente noch attraktiver

Es hat gute Chancen, sich zu einem Erfolgsmodell zu entwickeln: das Betriebsrentenstärkungsgesetz. Sein Ziel ist es, ab 2018 die betriebliche Altersversorgung in Deutschland weiter voranzubringen – gerade auch bei kleinen und mittleren Betrieben. Doch auch für Privatleute bietet es bei der Altersvorsorge echte Vorteile, übrigens nicht nur für Angestellte. Die R+V Versicherung hat hier die wichtigsten Neuerungen im Überblick zusammengestellt:

Steuerfreibetrag steigt

Ab 2018 ist es möglich, steuer- und sozialversicherungsfrei deutlich mehr Geld in eine betriebliche Altersversorgung zu investieren. Bis zu 8 Prozent (bisher 4 Prozent) der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) sind steuerfrei, also 6.096 Euro. 4 Prozent (3.048 Euro) sind zudem sozialversicherungsfrei. Auch „Nachzahlungen“ für frühere Jahre sind bei länger ruhenden Arbeitsverhältnissen möglich, hier sind ebenfalls maximal 8 Prozent pro Kalenderjahr steuerfrei.

 

Abfindung für Altersversorgung

Es wird attraktiver, eine Abfindung des Arbeitgebers (z.B. bei einem Arbeitgeberwechsel oder bei Übergang in den Ruhestand) in eine bAV-Anwartschaft zu investieren. Für maximal 10 Berufsjahre können bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei eingezahlt werden – 2018 liegt der Höchstbetrag somit, mit heutiger BBG gerechnet, bei 30.480 Euro und damit fast doppelt so hoch wie zuvor.

 

Entgeltumwandung: Chef zahlt zu

Bei einer Entgeltumwandlung (z.B. bei einer Direktversicherung) hat der Arbeitnehmer Steuer- und Sozialversicherungsvorteile. Arbeitgeber haben die Möglichkeiten Sozialabgaben zu sparen. Ab 2019 muss der Arbeitgeber bei Neuverträgen grundsätzlich ersparte Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 15 Prozent in den Vertrag des Arbeitnehmers einzahlen. Bei bestehenden Verträgen greift diese Regelung ab 2022. Die betriebliche Altersvorsorge rechnet sich für Beschäftigte also künftig noch mehr.

 

Geringverdiener profitieren

Die Altersversorgung von Menschen mit geringeren Einkommen (Monatseinkommen bis 2.200 Euro) belohnt der Staat – sofern der Arbeitgeber ab 2018 in einen Neuvertrag zwischen 240 und 480 Euro jährlich beisteuert. Dafür erhält der Arbeitgeber bei der nächsten Lohnsteuer-Anmeldung 30 Prozent Erstattung. Zusätzlich können die bAV-Aufwendungen als Betriebsausgaben abgesetzt werden, sodass der tatsächliche Aufwand für den Arbeitgeber letztlich sehr gering ist.

 

Riester-Förderung steigt

Auch „Riestern“ wird stärker finanziell gefördert. Die Riester-Grundzulage für jeden Vertrag steigt von 2018 an auf 175 Euro (bisher 154 Euro). Weiterhin unverändert bleiben allerdings die Zulagen für Kinder (180 bzw. 300 Euro, je nach Geburtsjahr).

 

Neues Sozialpartnermodell

Zusätzlich wird eine neue Zusageart, die sogenannte „reine Beitragszusage“ oder „Zielrente“ eingefügt. Tarifvertragsparteien können für ihre tarifgebundenen Arbeitgeber eine solche Zusage – auf Wunsch auch mit einem Optionsmodell, dem der Arbeitnehmer widersprechen kann – einführen. Die Vorteile: Der Arbeitgeber hat über die Beitragszahlung hinaus keine weiteren Verpflichtungen. Eine flexiblere Kapitalanlage und ein Verzicht auf Garantien können eine höhere Zielrente erreichen.

 

Unternehmen müssen handeln

Für Unternehmen bedeutet das neue Gesetz aber noch etwas Weiteres: Sie müssen jetzt handeln. Einige Gesetzesänderungen betreffen alle Arbeitgeber, die bereits heute eine bAV anbieten. Unternehmen sollten daher ihre bestehenden Versorgungsordnungen umgehend prüfen und überarbeiten, um ihre Betriebsrente für alle Beteiligten zu optimieren und den künftigen gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen.

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