Rückblick Vertreterversammlung 2015

Volksbank bilanziert Geschäftsjahr 2014

Die steigende Regulatorik, das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die digitale Zukunft betrachten die Vorstände der Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz als die größten Herausforderungen der kommenden Jahre. In der Vertreterversammlung der Bank am vergangenen Mittwoch in der Donnersberghalle Rockenhausen zogen sie eine positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres.
„Ihre Genossenschaft steht auf sehr soliden Füßen“, sagte Volksbank-Vorstandsmitglied Albrecht Steller, der den mehr als 40 Vertretern und ebenso vielen weiteren Gästen den Jahresabschluss 2014 erläuterte. Mit einer Bilanzsumme von 762 Mio. € und einem Gesamtkundenvolumen von mehr als 1,7 Mrd. € betreut die Bank über 36.000 Kunden in der Region.

Steller ging in seinem Vortrag auf das 150jährige Jubiläum im vergangenen Jahr ein, das die Volksbank mit rund 10.000 ihrer Mitglieder in zahlreichen Veranstaltungen gefeiert hat. Für die hohe Anzahl von 1.873 neuen Mitgliedern ist sicher auch die kompetente Beratung mit verantwortlich, die das Magazin Focus Money 2014 bereits zum dritten Mal mit einem 1. Platz bei seinem City Contest ausgezeichnet hat.

Auf der Einlagenseite habe sich das Wachstum der online abgeschlossenen Geldanlagen fortgesetzt, so Steller. Zwischen den Produkten und Leistungen des Internetangebots und der Filialen gebe es keinen Unterschied mehr. Zwischenzeitlich generiere die Bank in ihrer Onlinefiliale pro Monat mehr Kundenkontakte als in allen Bankfilialen zusammen währen eines ganzen Jahres. Trotzdem hat die Bank auch 2014 weiter in ihre Geschäftsstellen investiert und ist in Enkenbach in moderne Räume an einem zentraleren Standort umgezogen.

In seinen Ausführungen zur Ertragslage hob Steller den gegen den allgemeinen Trend um 262.000 € gestiegenen Zinsüberschuss und die positiven Auswirkungen der Kooperation mit dem Partnerunternehmen Immobilien Kafitz hervor.

Den Vorschlag zur Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von 1.759 T€, der die Zahlung einer Dividende in Höhe von 4 % auf den ersten und 2 % auf jeden weiteren Geschäftsanteil vorsieht, nahmen die Vertreter im Verlauf der Versammlung einstimmig an.

Auch Vorstandsmitglied Karl-Heinz Reidenbach ging in seinem Bericht über die aktuelle Entwicklung auf den anhaltenden Trend zur Digitalisierung des Bankgeschäfts ein. Neben der enorm steigenden und mit hohen Kosten verbundenen Regulatorik-Flut und dem permanent niedrigen europäischen Zinsniveau, das durch den Druck auf die Margen den erwarteten Zinsüberschuss belastet, sei die digitale Zukunft die vielleicht größte Herausforderung der nächsten Jahre.

Reidenbach machte deutlich, welche Veränderungen sich durch neue technische Lösungen abzeichnen. Als Kernentwicklungen auf dem Weg zur Bank der Zukunft definierte er einerseits den Kundenbedarf nach schnellen, unkomplizierten und preisgünstigen Lösungen für den finanztechnischen Grundbedarf, andererseits aber den konkreten Wunsch nach qualifizierten und individualisierten Beratungsleistungen bei komplexen Lebensprojekten wie beispielsweise einer Baufinanzierung. Ob der Kunde diese Leistungen persönlich, per Telefon, Videoberatung oder über das Internet in Anspruch nehme, mache künftig keinen Unterschied mehr, so Reidenbach. Er ging auch auf „paydirekt“ ein, das durch deutsche Banken neu entwickelte online-Bezahlsystem. Der große Vorteil dieses Systems sei ein Höchstmaß an Sicherheit, da alle Datenströme ausschließlich über die Bankserver laufen.

Doch auch die Volksbank selbst habe mit der neuen Filiale „VobaConnect“ in der im März eröffneten Einkaufsmall „K in Lautern“ einen wichtigen Schritt in die Zukunft getan. Hier verknüpften sich traditionelle Bankfiliale und moderne online-Anwendungen. „Mit anderen Worten: Wir sind 150 Jahre alt und doch die modernste Bank in der Region“, sagte Reidenbach.
Peter Kullmann, seit Anfang des Jahres 2015 Dritter im Vorstandsgremium der Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz, informierte über eine weitere zukunftssichernde Weichenstellung: Er ging auf die geplante Verschmelzung mit der VR-Bank Westpfalz in Landstuhl ein. Anhand von Daten aus einer Befragung des Genossenschaftsverbandes Frankfurt zeigte er auf, dass fast die Hälfte aller befragten Banken in den kommenden fünf Jahren eine Fusion ihres Instituts für wahrscheinlich hält. Als Gründe nannten die Bankenvertreter auch hier den erhöhten Ertragsdruck und die steigende Regulatorik. Für die Genossenschaftsbanken aus Kaiserslautern und Landstuhl gibt es daneben noch weitere sinnvolle Argumente wie etwa die große Überlappung der beiden Geschäftsgebiete oder die bereits bestehende langjährige Zusammenarbeit beider Häuser, beispielsweise im Bereich Ausbildung und Vertrieb.

Vorstand und Aufsichtsrat wurde durch die Vertreterversammlung einstimmig Entlastung erteilt. Bei den anstehenden Aufsichtsratswahlen verkleinerte sich das Gremium beschlussgemäß auf neun Personen. Klaus Heinlein, dessen Wiederwahl durch das Erreichen der Altersgrenze nicht mehr möglich war, wurde mit einer Goldmünze geehrt. Ralf Hellrich, Dr. Thomas Knieriemen und der Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Hammel wählten die Vertreter für eine weitere Amtsperiode.
Im Anschluss an die Tagesordnung ging Dr. Jan Holthusen, Abteilungsleiter der Deutschen Genossenschafts-Zentralbank Frankfurt am Main, in seinem Vortrag zum Thema „Konjunktur und Kapitalmärkte am Tropf der Europäischen Zentralbank“ unter anderem detailliert auf die aktuelle Entwicklung in der Griechenland-Krise ein.

(Pressemitteilung vom 26.06.2015)